Technology.


Hybrid frequency.

Debatte zwischen Mike Shinoda von Linkin Park und Tobias Moers, CEO von Mercedes-AMG.

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,3 - 12,1 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 280 - 277 g/km | Emissionsangabe [1]

Der Kalifornier Mike Shinoda von Linkin Park und AMG Geschäftsführer Tobias Moers zum Thema Fahrzeugsound der Zukunft. Es ist ein ungewöhnliches Zusammentreffen.

Hier der Kalifornier Mike Shinoda, Multiinstrumentalist und Mitglied der US-Rockband Linkin Park. Dort der gebürtige Freiburger Tobias Moers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH und begeisterter Entwickler von Hochleistungsautomobilen. Trotz ihrer unterschiedlichen Vita sind die beiden sich einig: Auto fahren ist ein multisensorisches Erlebnis für alle Sinne und das soll es auch in Zukunft bleiben.

Shinoda, der 2018 mit „Post Traumatic“ sein erstes Soloalbum unter eigenem Namen veröffentlicht hat, ist zu Mercedes-AMG in das Headquarter nach Affalterbach gereist, um Tobias Moers und dessen Soundentwickler zu treffen. Gemeinsam fuhren sie eine Reihe von AMG Fahrzeugen der letzten Jahre, um deren Sounds zu erleben und über den zukünftigen Klang von AMG zu diskutieren. …


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Die Automobilindustrie entwickelt sich auch im Performance-Bereich immer mehr hin zu Hybridantrieben und zu rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Dennoch bleibt das typische Geräusch eines Autos ein wichtiger Teil des Fahrerlebnisses und ist von immenser Bedeutung für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Daher ist es äußerst wichtig, akustische „Visitenkarten“ für die Fahrzeuge zu konzipieren.

Die Sound-DNA von AMG soll auch in Zukunft einzigartig und damit wiedererkennbar sein. Die Mannschaft von AMG arbeitet daher bereits jetzt intensiv daran, über das Fahrzeug hinaus Klangerlebnisse zu schaffen. Grundlage für diesen „Signature Sound“ ist ein Corporate Sound Manual, welches von Mike Shinoda inspiriert wurde. Heute kann noch niemand sagen, welche Töne künftig auf den Straßen erklingen werden. Kopieren E-Autos digital das Geräusch eines Verbrennungsmotors? Oder hören sie sich an wie die Sternjäger in Star Wars? Die Entwicklung ist noch völlig offen. Wir wollten mehr wissen und haben uns mit Tobias Moers und Mike Shinoda über das Thema unterhalten.

Das Interview mit Mike Shinoda und Tobias Moers.

Herr Shinoda, welche Rolle spielen Sie bei der Soundentwicklung bei AMG?

MS:
 Die AMG Mitarbeiter haben viel Erfahrung darin, für unsere Autos einen einzigartigen Sound zu erschaffen. Was ich bis jetzt gehört habe, klingt großartig. Es gibt viele Experten für Sounds und Soundtechnik, aber ihre Herangehensweise ist eher wissenschaftlich, was sie von meiner unterscheidet. Für uns alle gibt es jedoch immer eine emotionale Komponente sowie eine kulturelle Verbindung. Ich denke, meine Rolle ist es einfach, eine zusätzliche Perspektive einzubringen.

Herr Moers, wie kombinieren Sie die Erkenntnisse der Soundentwickler von AMG mit den Einflüssen von Herrn Shinoda?

TM: 
Sound ist in unserer Definition der emotionale Teil, für den ein AMG steht. Bei uns hängt vieles mit dem mächtigen Motorengeräusch zusammen, das in Erinnerung bleibt. Um das zu verbinden, sprechen Mike und ich jetzt miteinander. Wir alle bilden ein Team, das am Klang der Zukunft arbeitet. Es ist kein Geheimnis, dass selbst Autos in unserem Segment sich in Richtung Hybridfahrzeuge entwickeln. Die Frage ist: Wie klingt ein solches Auto in der Zukunft?

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,3 - 12,1 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 280 - 277 g/km | Emissionsangabe [1]

Wollen Sie dazu schon etwas verraten?

TM: Wir haben uns jetzt viele Jahre intensiv mit der Entwicklung von Fahrzeugen beschäftigt. Unser Anspruch ist weiterhin, ganzheitliche, multisensorische Erlebnisse zu schaffen, das braucht gerade in diesem speziellen Feld Zeit und Entwicklung, die wir uns nehmen.

MS: Ja, deshalb auch unsere gemeinsamen Fahrten vorhin, das war Geschichte pur! Aber die andere Komponente ist, dass man dabei Erfahrungen sammelt. Man kann im Auto ewig über die Soundunterschiede diskutieren. Das ist wie bei einer Weinprobe! Wenn man sich ein Auto nach dem anderen anhört, sind die Unterschiede faszinierend. Das Ganze wird zu einer multisensorischen Komposition, zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Wonach wird sich dann in Zukunft die Geräuschkulisse auf den Straßen anhören?

MS:
 Das können wir jetzt noch nicht sagen. Aber ich denke gerne groß. Ich hoffe, dass unsere Arbeit den Sound aller Autos der Zukunft beeinflusst. Die elektrisch betriebenen Fahrzeuge, die jetzt schon auf der Straße fahren, sind sehr leise. Das ist gut, aber was das Fahren mit allen Sinnen angeht, will man mehr.

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,3 - 12,1 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 280 - 277 g/km | Emissionsangabe [1]

Herr Moers, Stichwort Interaktivität: Wird der Fahrer in Zukunft Einfluss auf den Sound seines Autos haben? Kann er zum Beispiel unter verschiedenen „Motorengeräuschen“ auswählen?

TM: 
Genau diese Frage haben mir letztes Wochenende auch meine Kinder gestellt. Sie sind es gewohnt, alles zu individualisieren. Darüber müssen wir nachdenken. Vielleicht kann man in Zukunft eine App herunterladen oder unterschiedliche Soundcards in das E-Auto einsetzen. Das zeigt umso mehr, wie elementar wichtig ein Signature Sound für unsere Marke ist.

MS: Das finde ich interessant, weil es einer unserer Schritte sein wird, die ursprünglichen Klänge eines Autos zu bewahren. Man wünscht sich, dass die Geräusche natürlich klingen und dem entsprechen, was in dem Fahrzeug passiert.

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,3 - 12,1 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 280 - 277 g/km | Emissionsangabe [1]


Es ist also ein ähnlicher Prozess, wie analoge Geräusche ins Digitale zu übertragen?

MS: Ja, es ist nichts anderes als gutes Engineering beim Mixen im Studio. Nehmen wir zum Beispiel ein analoges Schlagzeug. Es gibt viele Möglichkeiten, den Sound dieses analogen Drumkits zu verbessern und dann auf Platte zu bringen. Man kann die Lautstärke regulieren, am Equalizer spielen oder die Charakteristika der Schläge ändern. Man kann den analogen Sound stärker betonen oder alles weniger analog klingen lassen, obwohl es immer ein Mensch bleibt, der das gleiche Schlagzeug spielt. In dem einen Mix klingt es wie ein normales Schlagzeug und in einem anderen wie irgendetwas Künstliches. Es kommt immer darauf an, wie man es umsetzt.

Herr Moers, was ist — kurz zusammengefasst — der Plan für die Zukunft des AMG Sounds?


TM: Unsere Fahrzeuge bieten heute ein großartiges Sound-Erlebnis. Unsere Kunden lieben es. Wir werden sicherstellen, dass dieser charakteristische emotionale Teil unserer Marke erhalten bleibt.

Fotografie | Igor Panitz
Art Direction | Manfred Schmidtlein
Production & Styling | Justina Jarosz

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