Cover Story.


Lewis Hamilton

Er ist der amtierende Formel-1-Champion.

Für Mercedes-Benz holte er sieben Weltmeistertitel. Seine Fans tragen ihn auf Händen. Keine Frage: Lewis Hamilton ist der Rockstar unter den Formel-1-Piloten!

„Ich will eines Tages für Ihr Team fahren und Formel-1-Weltmeister werden!“, sagte Lewis Hamilton zu McLaren-Teamchef Ron Dennis am Rande einer Motorsportgala. Der muss ziemlich verdutzt geschaut haben, denn Lewis Hamilton war damals gerade einmal zehn Jahre alt. Zwölf Jahre später war es tatsächlich so weit: Hamilton ging 2007 für McLaren-Mercedes an den Start und wurde sogar auf Anhieb Vizeweltmeister. Ein Jahr später krönte er sich mit 23 Jahren, neun Monaten und 26 Tagen zum bis dahin jüngsten Formel-1-Champion der Rennsportgeschichte und entthronte den damaligen Rekordhalter Fernando Alonso. Seit 2013 geht Lewis Hamilton in der Formel 1 für das Werksteam von Mercedes-AMG an den Start und gewann zwischen 2014 und 2020 sechs weitere Weltmeisterschaften. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Lewis Hamilton mit Mercedes-AMG seit acht Jahren die Königsklasse des Rennsports dominiert.

"Denn nur, wenn man etwas wirklich leidenschaftlich macht, wird man der Allerbeste."

Ein so schwindelerregender Aufstieg, ein so rekordverdächtiger Erfolg nach dem anderen ist kein Zufall. Dazu gehört – neben Glück und Talent – der absolute Siegeswille. „Ich will immer jeden schlagen, egal in welcher Sportart“, bekennt Hamilton im Interview mit dem Mercedes me Magazin. „Auch gegen meinen besten Kumpel will ich beim Basketball gewinnen. Das war schon immer so.“ Diesen absoluten Drive zur Poleposition hat Hamilton bereits früh verinnerlicht. Dabei hat ihm sein Vater sehr geholfen: „Bei meinen ersten Kartrennen beobachtete mein Vater immer den schnellsten Jungen, den Champion. Er stellte sich an die Kurven und fand dessen Bremspunkte heraus. Dann machte er mir eine Markierung zwei Meter dahinter und sagte: ‚Hier musst du bremsen!‘ Natürlich bin ich deshalb oft von der Strecke geflogen, bis es irgendwann klappte. Deshalb bremse ich noch heute vergleichsweise sehr spät.“

Die im Motorsport sonst übliche Trial-and-Error-Strategie war im Hause Hamilton ziemlich unpopulär. „Wir hatten eine völlig andere Mentalität als die Kids, die sich wegen eines schlechten Rennens keine Sorgen machen mussten. Sie hatten genügend Geld, um auch einmal eine Durststrecke durchzustehen. Wir hatten nur eine begrenzte Anzahl an Chancen, und die mussten wir nutzen.“ Noch heute bleibt für einen Irrtum nicht viel Spielraum. „Ich darf nicht zu spät bremsen. Sonst blockiere ich die Reifen, fliege vielleicht aus der Kurve und beschädige das Auto. Bei jedem Fehler steht vieles auf dem Spiel. Da mache ich lieber Millimeterschritte, um den Wagen perfekt zu beherrschen. Das ist dann so, als ob ich einen Code knacke.“ Lewis Hamiltons Großeltern väterlicherseits wanderten in den 1950er-Jahren von der Karibikinsel Grenada nach Großbritannien aus. 1985 wurde Lewis Carl Davidson Hamilton in Hertfordshire, einer Grafschaft nördlich von London, geboren. „Ich komme aus ziemlich bescheidenen Verhältnissen“, meint der 34-Jährige und erinnert sich auch heute noch bei jedem Rennen daran, welche Opfer seine Familie für seine Karriere gebracht hat. Vor allem sein Vater, der mehrere Jobs gleichzeitig ausübte, um den kostspieligen Traum seines Sohns finanzieren zu können. „Dabei war er sich ja nicht einmal sicher, ob sich das eines Tages auch wirklich auszahlen würde“, erinnert sich Hamilton.


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Ist der große Erfolg dann endlich da – und dadurch auch das große Geld –, kann man sehr leicht den Fokus verlieren. Plötzlich stimmt die Pace nicht mehr, der Kampfgeist lässt nach, die Motivation sackt in den Keller. Nicht so bei Hamilton. Ganz im Gegenteil. Was ihn antreibt, sind nicht die Millionen auf dem Konto oder der Ruhm. „Es geht mir nicht um Erfolg und Geld“, stellt er entschieden fest. „Das ist wie bei einem Eisberg: Von dem sieht man über dem Wasser auch nur zehn Prozent – das ist der Erfolg, das Geld. Aber unter der Oberfläche ist der Eisberg viel größer, dort liegt mindestens zehnmal so viel harte Arbeit. Doch das sehen die meisten Leute nicht. Deshalb sind all die Superstar- und X-Faktor-Sendungen auch so attraktiv. Sie suggerieren den Leuten: Geh einfach auf die Bühne, und schon bist du reich und berühmt. Doch so funktioniert das nun einmal nicht. Schon gar nicht im Sport!“

Neben jahrelanger knochenharter Arbeit gibt es für Lewis Hamilton noch einen weiteren Schlüssel zum Erfolg: den unbändigen Drang, sich selbst zu verwirklichen. Und der ist in Hamiltons DNA genauso festgeschrieben wie seine Blutgruppe. An sich zu arbeiten und sich selbst zu optimieren, ist ein stetiges Work in Progress. Und warum sollte er ausgerechnet damit aufhören, wenn er auf der Überholspur ist? Macht es dann nicht erst recht Spaß? Ist das nicht der ultimative emotionale Kick? Das höchste Glücksgefühl? Sein Mantra „Ich fahre mit dem Herzen!“ steht sicher auch für das selbstbewusste Eingeständnis: „Ich kann gar nicht anders!“ Denn nur, wenn man etwas wirklich leidenschaftlich macht, wird man der Allerbeste. Und der Allerbeste ist ja bekanntlich der Feind des Besten. Das hat nichts mit Perfektion zu tun – davon ist Hamilton nach eigener Einschätzung noch immer weit entfernt.

Es hat aber sehr wohl damit zu tun, sich Schritt für Schritt ganz individuell weiterzuentwickeln, besser zu werden und immer neue, vielleicht noch abenteuerlichere Ziele anzuvisieren. Dazu gehört viel Mut. Und Charakter. Denn nur so wurde aus dem „Heißsporn der Rennstrecke“, wie ihn die Medien früher gern nannten, einer der erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Welt. Und einer mit dem heißesten Sex-Appeal. Ein echter Rockstar eben. Und ganz ehrlich: Dass Hamilton in der Hitze des Gefechts ab und zu auch einen seiner Rivalen mit seinem Boliden touchiert, gehört doch dazu – gerade im hochoktanigen Motorsport. Trotz seiner vielen Siege ist Lewis Hamilton kein Ego-Shooter geworden, sondern Mensch geblieben, mit viel Herz und Empathie. Er kümmert sich um seine Familie und Freunde und findet, es sei höchste Zeit, etwas von seinem Glück auch an andere abzugeben. So engagiert er sich für zahlreiche karitative Zwecke.

Was ihm neben seiner positiven Einstellung im Leben ebenso hilft, ist sein Glaube. Den bekennt er auch öffentlich. An seinem Hals hat er zum Beispiel ein „God’s Love“-Tattoo, auf seinem Rücken ein großes Kreuz, dazu den Schriftzug „Still I Rise“. Diese Maxime ziert übrigens auch die Rückseite seines Helms. Der Satz kann durchaus als sein Lebensmotto gelten. Oder ist es vielleicht doch eher das Tattoo über dem Herzen? Dort prangt ein mächtiger Löwenkopf mit dem Satz „Powerful Beyond Measure“. Und genau dieser ungebrochene Glaube an sich selbst zeichnet den Sieger aus.

„Ich fahre mit dem Herzen!“

Fotografie  |  Mikael Jansson
Text  |  Ulrich Lössl

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