Zukunft


Transforming Performance

Die stille Revolution.

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Wie gestalten wir die Performance der Zukunft? Welche Rolle spielen Elektromobilität, Digitalisierung und Konnektivität? 63Magazine nähert sich der „Transforming Performance“ mit drei Experten unterschiedlicher Hintergründe: ein CEO, ein Ingenieur und ein Kreativer.


Philipp Schiemer – „Transforming Performance“ aus der Sicht des CEO von Mercedes-AMG

Philipp Schiemer ist seit dem 1. August 2020 CEO von Mercedes-AMG. Er war seit 1987 in verschiedenen Management-Positionen im Daimler Konzern tätig, zuletzt als CEO der Mercedes-Benz do Brasil Ltda.

Was bedeutet „Transforming Performance“ im Hinblick auf die künftige Ausrichtung von Mercedes-AMG?

PS: Es ist klar, dass Mercedes-AMG sich auf die Zukunft vorbereiten muss. AMG steht für Performance und wird dafür auch in Zukunft stehen. Unsere Marke ist „Born on the Racetrack“. Aber wir werden Nachhaltigkeit und Elektrifizierung in die Zukunft bringen und beweisen, dass Performance auch unter Beachtung dieser Aspekte funktioniert. Unser Anspruch ist hier „E PERFORMANCE" anzubieten, die unsere Kunden wirklich überzeugt. Mit dem Project ONE bringen wir zum Beispiel erstmals die Technologie der Formel 1 auf die Straße – also einen Motor, der einen extrem hohen thermischen Wirkungsgrad von über 50 Prozent hat.

Welche Chancen eröffnet diese transformative Phase für die Automobilbranche?

PS: Über diese Transformation können wir neue Zielgruppen ansprechen. Man hört oft, dass junge Leute sich nicht mehr so für Autos interessieren. Aber ich bin sicher, dass die fantastischen neuen Technologien mit ihren ganz ungeahnten Möglichkeiten vor allem den anderen Ansprüchen dieser jüngeren Menschen und auch zunehmend Frauen gerecht werden. Da reden wir nicht nur über die Beschleunigungsleistung und Performance des Fahrzeugs, sondern auch über das Interieur, das Touch-and-Feel und das Design. Ich glaube, da haben wir große Chancen. AMG war immer ein Pionier und wird auch in diesen Bereichen eine besondere Rolle spielen. 

Verschieben sich durch diese Transformation die Werte für Mercedes-AMG?

PS: Unsere Werte bleiben weiterhin bestehen. Denn unser Anspruch an uns selbst und auch an unsere Produkte bleibt der gleiche. Sich nie mit dem Status quo zufriedengeben, immer nach dem Optimum zu streben und unsere Kunden durch faszinierende Produkte und exklusive Angebote zu begeistern. Aber natürlich passen wir unsere Werte in ihrer konkreten Ausprägung den aktuellen Herausforderungen permanent an. Wichtig ist, dass wir das gesamte Team mit auf diese Reise nehmen – sowohl unsere Mitarbeiter*innen als auch unser Kunden*innen.

„AMG war immer ein Pionier und wird auch bei der Elektrifizierung eine besondere Rolle spielen.“

Wandelt sich also die Marke AMG?

PS: AMG ist eine Marke für Performance-begeisterte Ästheten sowie für Leute, die Freude am Detail haben und ihr Auto intensiv erleben wollen. Aber wir werden Performance 2.0 neu definieren. Wir wissen: Nachhaltigkeit ist wichtig, Elektrifizierung ist wichtig. Früher war Performance ein Achtzylinder mit einem Sechs-Liter-Motor. In der Zukunft wird es etwas anderes sein. Aber es muss den gleichen Spaß vermitteln und in die Zeit passen.

Was kann der Kunde vom Sportwagen der Zukunft erwarten?

PS: Ganz klar: einen echten AMG, der Performance bietet und hochemotional ist.

Was tut Mercedes-AMG, um diese Emotion zu erzeugen?

PS: Emotion entsteht natürlich nicht nur beim Fahren. Es geht um das Erleben des Fahrzeugs in jeder Dimension. Darum legen wir auch auf das Interieur besonderen Wert: die exklusive Verarbeitung, wirklich höchste Qualität, aber in jedem Detail auf Performance ausgerichtet. Auch sehen wir uns bei AMG als „The World’s Fastest Family“ und schließen hier unsere Kunden bewusst mit ein. Das Kundenerlebnis steht für uns an erster Stelle, sei es mit unseren Produkten oder den exklusiven Erlebnissen, die wir im direkten Kontakt schaffen und so Emotionen erzeugen.

Wie hat dich der Wandel der letzten Monate persönlich geprägt?

PS: Man wird nachdenklicher und lebt auch bewusster. In Zeiten wie diesen wird man damit konfrontiert, Prioritäten setzen zu müssen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – sowohl privat als auch beruflich. Der aktuelle uns umgebende Wandel hat mir gezeigt, dass Zusammenhalt und Gemeinsamkeit eine immer größere Bedeutung einnehmen. Und dies lässt sich auch auf die AMG Familie projizieren – wir werden unsere Ziele nur erreichen, wenn wir als Team zusammenstehen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Auch müssen wir uns darüber bewusst werden, dass wir uns teilweise vom Altbewährten lösen und umdenken müssen. Aber jede Transformation trägt eine Chance in sich und das wird auch AMG weiterbringen: noch mehr auf das Detail zu schauen und genau zuzuhören, was unsere Kunden von uns erwarten. Wenn wir das in unsere Fahrzeuge transferieren und gleichzeitig unsere Kunden als Teil der AMG Familie mitnehmen, haben wir eine tolle Zukunft vor uns.


Jochen Hermann – „Transforming Performance“ aus der Sicht des Chief Technical Officer von Mercedes-AMG

Jochen Hermann ist seit August 2020 Chief Technical Officer von Mercedes-AMG. Er arbeitete davor als Leiter Entwicklung eDrive der Daimler AG und von 2014 bis 2016 bereits als Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung bei AMG.

Was bedeutet „Transforming Performance“ im Hinblick auf die künftige Ausrichtung von Mercedes-AMG?

JH: Wir wollen die Performance unserer Fahrzeuge erhöhen. Wir haben technisch neue Möglichkeiten, den Kunden auch über die Elektrifizierung ein umfangreicheres Fahrerlebnis zu bieten. Die zukünftige „High-Performance Electrification" wird den Kunden daher noch mehr Lächeln in die Augen zaubern.

Wie gestaltet sich die Mobilität der Zukunft aus der Perspektive eines Ingenieurs?

JH: Für einen Ingenieur ist es immer spannend, an der Zukunft zu arbeiten – vor allem in der jetzigen Zeit, in der wir Transformation in allen Dimensionen erleben. Das ist für uns Entwickler eine unglaublich spannende Zeit und bietet auch sehr viele Chancen! Die Elektrifizierung wird uns zum Beispiel auch hinsichtlich Performance noch einmal ein ganzes Stück weiterbringen. Darauf können sich unsere Kunden wirklich freuen!

Welche Rolle spielt bei der Fahrzeugentwicklung zukünftig die Konnektivität?

JH: Konnektivität können wir aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegdenken. Natürlich wird sie auch immer mehr in die Mobilität einziehen. Wir werden Dinge anbieten, die den Übergang vom Smartphone zum Fahrzeug einfacher gestalten. Wir werden mobile Apps noch besser in die Fahrzeugwelt integrieren. Wir werden weitere AMG spezifische Themen entwickeln, die sich dann wiederum auch auf dem Smartphone mitnehmen lassen. Da bieten sich viele Möglichkeiten.

„Ich mag den Sound unserer Motoren – aber Elektrifizierung gibt nochmal den Kick!“ 

Das bedeutet auch, das Leben entspannter zu machen?

JH: Viele Menschen haben zwei Dinge, mit denen sie sich jeden Tag viele Stunden beschäftigen: zum einen das Smartphone, zum anderen das Autofahren. Wir wollen beide noch besser miteinander verbinden, einen Mehrwert schaffen und dem Kunden das Leben damit erleichtern. So bleibt mehr Zeit, das Fahren zu genießen – denn dafür sind unsere Autos gemacht.

Wie wichtig ist neben dem Performance-Aspekt die Emotion?

JH: Ein AMG ist immer Performance und Emotion, in jeder Dimension – sei es das Fahren, das Lenken, das Beschleunigen, das Bremsen, der Sound, das Anschauen oder die Haptik – das ist AMG. 

Das bedeutet, du bist als Ingenieur auch für die Emotionen verantwortlich?

JH: Ja, uns Ingenieuren wird immer unterstellt, wir seien emotionslos. Nicht wir von AMG!


RANKIN – „Transforming Performance“  aus der Sicht des britischen Fotografen

Rankin ist ein britischer Fotograf, Filmregisseur und Verleger. Er gründete 1991 das Magazin "Dazed & Confused" und 1991 das Fashion- und Lifestyle-Magazin Hunter. Er ist für seine Bilder von Persönlichkeiten wie Kate Moss, David Bowie oder Queen Elizabeth II. bekannt.

Wie würdest du AMG aus der Sicht eines Kreativen beschreiben?

R: Mir als Kreativem geht es in meiner Arbeit vor allem um die Erfahrung des Publikums. Wenn ich mir also ein Auto anschaue und die Art und Weise, wie es konstruiert ist, konzentriere ich mich immer darauf, wie ich mich dabei fühle. An der Marke AMG gefällt mir, dass es sich wirklich wie ein Erlebnis anfühlt, wenn man einen AMG fährt. Es ist eine einzigartige Erfahrung. Das Auto scheint völlig mit dem Fahrer im Einklang zu sein. AMG zu fahren ist ein instinktives Erlebnis. Man hat das Gefühl, dass das Auto selbst schnell fahren will und eine Verlängerung des Fahrers ist.


Wird sich der Paradigmenwechsel der „Transforming Performance“ auch in der Kunst widerspiegeln?

R: Menschen, die künstlerische Wünsche haben, schränken sich oft selbst ein, indem sie sich auf das Endprodukt statt auf den Weg dahin konzentrieren. Ich stelle mir Kreativität gerne als eine Menge von Handlungen vor – wie zum Beispiel jeden Tag die Kamera in die Hand zu nehmen, auch wenn ich gerade nicht professionell fotografiere. Das habe ich während des Lockdowns oft getan. Außerdem habe ich oft Gespräche mit kreativen Menschen geführt oder die Kunst von anderen absorbiert. Deshalb fordere ich alle kreativen Köpfe auf, nicht mehr an das große Produkt zu denken – an den Film, den man schon immer machen wollte, oder das Buch, das man schon immer schreiben wollte. Konzentrieren wir uns auf die kleinen Dinge – auf die Dinge, die wir an jedem einzelnen Tag erreichen können! Auf diese Weise werden wir echte Veränderung schaffen.

„Wir performen, um uns zu verändern, und verändern uns, um zu performen.“

Welche Ansprüche hast du als Fotograf an das Auto der Zukunft – vor allem in Sachen Design?

R: Egoistischerweise möchte ich, dass Autos gut aussehen. Ich möchte nicht nur, dass sie sich gut anfühlen, wenn man sie fährt, sondern dass sie auch im ästhetischen Sinne fantastisch aussehen.

Wie siehst du das Leben für dich in Zukunft?

R: Das Leben ist momentan beängstigend, und die Zukunft ist es auch. Aber wir müssen an unsere Fähigkeit zur Transformation glauben. Das haben die Menschen immer getan, in guten wie in schlechten Zeiten. Das ist unsere Mission. Schau dir die Entwicklungen im Fahrzeugdesign der letzten hundert Jahre an, die Entwicklung des Kinos oder der Rechte der LGBTQIA+-Community: Wir bauen immer auf dem Besten dessen auf, was vor uns kam. Das sieht man auch in der Reaktion auf die Geschehnisse in diesem Jahr. Wir versuchen immer noch herauszufinden, was dieses Jahr für uns bedeutet. Also nehmen die Fotografen ihre Kameras in die Hand und die Sänger singen weiter – wir performen, um uns zu verändern, und verändern uns, um zu performen.

Wird die Transformation in verschiedenen Lebensbereichen auch dich als Künstler beeinflussen?

R: Der Wandel in unserem Leben hat bereits begonnen, mich zu beeinflussen. Ich fotografiere jetzt Blumen und überlege mir, was ich in den nächsten fünf Jahren tun werde. Ich nehme mir viel mehr Zeit für mich selbst, lese mehr Bücher. Was in diesem Jahr geschehen ist, hat uns alle dazu gebracht, darüber nachzudenken, wer wir sind, was wir sind und wie wir mit der Welt umgehen – kreativ, aber auch persönlich. Ich möchte in Zukunft mehr Empathie zeigen. Mehr Empathie für meine Mitmenschen, aber auch mehr Empathie für den Planeten. Ich glaube, darin wird die große Veränderung liegen. Wir alle werden das Wohlergehen des Planeten viel ernster nehmen.

Fotografie | Anatol Kotte | Rankin

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