Der AMG Fahrsimulator


Willkommen in der Welt der Fahrdynamik

Unser Experte für die Digitale Integration der Fahrdynamik bei AMG, Michael Bidlingmaier, stellt Ihnen unseren neuen AMG Fahrsimulator vor. Werfen Sie mit ihm und uns einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.

Heute ist man in der Lage, sehr viele Eigenschaften eines Fahrzeugs zu einem frühen Zeitpunkt digital zu simulieren. Die daraus resultierenden Kurven, Bilder und Zahlen sind aber nicht automatisch auf das subjektive Empfinden zu übertragen. Besonders schwierig ist es, diese unterschiedlichen Eigenschaften in verschiedenen Disziplinen gegeneinander abzuwägen, um den besten Kompromiss zu finden. Dabei hilft es ungemein, wenn man die Piloten selbst ins Fahrzeug setzen kann und sie fragt, wie sie etwas empfinden und somit die künstliche mit der menschlichen Intelligenz paart.

Bei AMG steht natürlich Rennstreckenperformance, Beherrschbarkeit, Alltagstauglichkeit und Alltags-Komfort ganz oben auf der Prioritätenliste.

An dieser Stelle kommt Michael Bidlingmaier mit seinem Team ins Spiel. Sie sind verantwortlich für die Entwicklung der Fahrdynamik bei AMG. In dieser Phase werden alle fahrdynamisch relevanten Gene der Fahrzeuge und Systeme wie Rohbau, Antriebsstrang, Chassis, Reifen und Fahrdynamiksysteme hinsichtlich ihrer Funktion digital bewertet und entwickelt. Sie haben den Fahrsimulator, den sogenannten DIM250 (Driver in Motion), zusammen mit ihrer Partnerfirma am Standort Affalterbach aufgebaut. Er besteht aus einem Gehirn mit sage und schreibe 14 Rechnern, die aus folgenden Komponenten zusammengesetzt sind:

Das Fundament besteht aus ca. 65 Tonnen Stahlbeton. Darauf steht eine extrem genau ausgerichtete 5x5 m große Stahlplatte mit ca. 30 Tonnen. Das Bewegungssystem besteht aus einem Luft-/Stahl-gelagerten Tripod, welcher von drei Aktoren bewegt wird. Mit diesen Tripods ist es möglich, die Plattform in Längs- und Querrichtung mit ca. 1 G zu bewegen und Gierbewegungen, also Drehungen um die Hochachse, mit 165 Grad/s darzustellen. Auf dem Tripod steht wiederum ein Hexapod. Die sechs elektrisch angetriebenen Beine stellen die hochdynamischen Bewegungen in sechs Freiheitsgraden längs, quer und vertikal mit 2,5-3 G und die drei Drehbewegungen wanken, gieren und nicken mit 2.500-3.500 Grad/s2 dar.

Damit wird die Fahrgastzelle eines Fahrzeugs, welche oben aufliegt, bewegt. Ihre Innenraumausstattung umfasst sämtliche Schnittstellen zwischen Fahrer und Fahrzeug, wie beispielswiese Radio, Navigation, Lenkrad, Fahr- und Bremspedal. Außerdem ist sie mit einem Lenkaktor, einem kompletten Bremssystem inklusive ESP, Soundsystem, Bildschirmen in den Rückspiegeln, fünf Shakern für die hochfrequenten Vibrationen von Motor und Straße und einem aktiven Sitz ausgestattet. Auf diese Weise kann ein authentisches Fahrgefühl erzeugt werden.

Der aktive Sitz besteht aus einem AMG Sitz, der zusätzlich mit aufblasbaren Luftpolstern und einem aktiven Gurt ausgestattet ist. Er simuliert die langanhaltenden Längs- und Querbeschleunigungen (lange Bremszonen oder Kurvenfahrten), die vom Bewegungssystem nicht dargestellt werden können. Für die visuelle Abbildung dient eine feststehende, konische neun Meter 260°-Leinwand, mit fünf High End Barco-Beamern und Laser Phosphor 4K Technologie.

Mit diesem Simulator können zahlreiche Fahrerlebnisse nachgebildet werden – von Fahrten in der Stadt, auf der Landstraße und Autobahnen sowie auf relevanten Renn- und Erprobungsstrecken wie der Nürburgring-Nordschleife.

Im "Gehirn" des Fahrsimulators läuft auf einer Echtzeitmaschine das physikalische Modell des Fahrzeugs und seiner Systeme. Abhängig von der Art der Untersuchung, die durchgeführt wird, können dort von sehr prinzipiellen Konzeptdaten des Fahrzeugs wie Motor-/Schwerpunktlage, über Masse bis hin zu seriennahen Systemständen alles auf Knopfdruck verändert werden.

Insbesondere in der Fahrdynamik triff man viele wichtige Entscheidungen zu einem frühen Zeitpunkt, die später nicht oder nur sehr schwierig und aufwändig wieder geändert werden können. Da ist es ein riesiger Vorteil, wenn man schon in der Fahrzeugentwicklungsphase gemeinsam mit allen involvierten Kollegen aus den verschiedenen Fachbereichen ins Fahrzeug gehen kann und die unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten an der Nordschleife, auf dem Hockenheimring oder in Alltagssituationen digital bewerten kann. Durch diesen Prozess wird aus der Einzelleistung eines Simulationskollegen eine Teamleistung, in der die unterschiedlichen Sichtweisen der Einzelpersonen optimal zusammengeführt werden. Mit maximaler Effizienz: Vom Anfang bis zum fertigen Produkt können auf diese Weise immer mehr Fahrzeuge mit komplexeren und besser vernetzten Systemen in kürzeren Modellzyklen produziert werden.

Mercedes-AMG Project ONE

Testphase auf der Rennstrecke

Die Entwicklung des Hypercars Mercedes-AMG Project ONE taucht in eine neue Phase ein und kommt damit der Serienreife immer näher: Auf dem konzerneigenen Prüf- und Technologiezentrum Immendingen drehen jetzt mehrere Vorserienfahrzeuge ihre schnellen Runden.

Hinter den Kulissen des Erfolgs!

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Meilenstein erreicht! In dieser Sonderausgabe von #INSIDEAMG blicken wir erneut auf die erfolgreiche Rekordfahrt auf dem Nürburgring zurück.

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,8 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 292 g/km | Emissionsangabe [1]