Die Geschichte von AMG liest sich eigentlich wie ein Hollywood-Drehbuch: Zwei Männer gründen eine kleine Firma, getrieben von dem Traum, Mercedes-Benz Serienmodelle sportlicher zu machen – und selbst im Motorsport Geschichte zu schreiben. Heute, 45 Jahre später, trägt nicht nur der sportlichste Mercedes-Benz serienmäßig das Logo dieses mutigen Start-ups am Heck, sondern auch der Formel-1-Silberpfeil der Saison 2012 startet mit dem AMG Logo als Absender.

Diese in Affalterbach jederzeit spürbare Begeisterung für AMG ist beides: Ursprung und Zukunft der Marke zugleich. Denn ohne Hans-Werner Aufrechts Drang, sich auf der Rennstrecke zu beweisen, und ohne Erhard Melchers Genialität, dies mit außergewöhnlicher Technik zu ermöglichen, gäbe es AMG nicht. Und genau in diesen Genen liegt auch unsere Zukunft, in der absoluten Leistungsbereitschaft und der einzigartigen Fähigkeit zur Innovation. Ein Ideal, das wir Driving Performance nennen – und das wir zu unserem Marken-Claim gemacht haben.

Der Motor von Mercedes-AMG hat immer Drehzahl, aber auch die notwendige Kraft, Ideen schnell umzusetzen. Driving Performance ist deshalb nicht nur der Wille, sondern immer auch die Tat.

Die Neuzeit der Marke steht mit ihren High-Performance-Modellen für die ideale Synthese aus dem Know-how eines Technologie-Konzerns wie der Daimler AG mit seinen Qualitäts- und Sicherheitsstandards und mit dem von Individualität geprägten Bewusstsein einer exklusiven Marke wie AMG.

Die Landung Neil Armstrongs auf dem Mond ist ganz sicher das faszinierendste Ereignis jener Dekade, die zugleich den Beginn von AMG markiert.

Warm-Up

Hans-Werner Aufrecht arbeitet auf dem Motorenprüfstand an den 300 SE Rennmotoren von Mercedes-Benz und erlebt mit Enttäuschung das Ende der Rennsportaktivitäten von Daimler-Benz in diesem Jahr. Bei der Arbeit an Serienmotoren lernt er den frisch vom Studium kommenden Erhard Melcher kennen. Zunächst ist ihr Verhältnis etwas angespannt. Erst 1965 führt sie das gemeinsame Interesse am Rennsport zusammen. Aufrecht und Melcher sind noch „beim Daimler“ angestellt, Aufrecht als Prüfstands-Ingenieur, Melcher als Ingenieur in der Motorenentwicklung.

Einführungsrunde

Manfred Schiek pilotiert den von Aufrecht und Melcher mit aufgebauten Mercedes-Benz 300 SE bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, wenn auch noch nicht unter dem Namen AMG. Zehn Mal geht er als Sieger durchs Ziel.

Leidenschaft

Melcher und Aufrecht betreuen in ihrer Freizeit mehrere Rennfahrer mit 300 SE-Modellen und bauen neben ihrer Berufstätigkeit aus purer Rennleidenschaft noch ohne jeden kommerziellen Hintergedanken Motoren auf Direkteinspritzung um. Das alles geschieht nach Feierabend in Aufrechts Keller und Garage in Großaspach. Durch ihre außergewöhnlichen Leistungen werden sie schnell in der Szene bekannt.

Start

Aufrecht und Melcher kündigen Anfang 1967 bei Daimler-Benz und mieten im schwäbischen Burgstall eine Werkstatt – die legendäre „Alte Mühle“. Ihr „Ingenieurbüro“ nennen sie AMG. Die Buchstaben stehen für Aufrecht, Melcher und Großaspach – den Geburtsort von Hans-Werner Aufrecht. Es entstehen weitere Rennfahrzeuge und die ersten Umbauten von Serienfahrzeugen meist auf Basis des Mercedes-Benz 300 SE.

Beschleunigung

In diesem Jahr erscheint die Baureihe W 114/W 115, besser bekannt als Mercedes-Benz „Strich-Acht“. Ein in der Relation kleinerer Mercedes-Benz, dessen schnellstes Modell, der AMG 250 3.5, die Aufmerksamkeit in Großaspach weckt. Dieses neue Modell spricht eine neue, sportliche AMG Klientel an. Die kleine Firma wird immer größer und bekannter und entwickelt mit dem leistungsgesteigerten 6,3-Liter-Motor die schnellste Limousine der Welt.

In Zeiten der Hippie-Bewegung wird die Marke AMG weltbekannt und setzt neben dem Motorenbau auch selbst immer stärker auf optische Individualität.

Urknall

AMG wird über Nacht bekannt. Der erste Rennwagen, der das AMG Logo trägt, holt beim 24-Stunden-Rennen in Spa- Francorchamps souverän den Klassensieg und erreicht im Gesamtklassement zudem auch Rang zwei. Es ist jener legendäre, rot lackierte AMG 300 SEL 6.8, der bis heute die Wurzeln von AMG symbolisiert.

Trendsetter

Mit dem Konzept der Individualisierung setzt AMG einen neuen, internationalen Trend. Sowohl mit seinen technischen als auch mit optischen Modifikationen im Innenraum und am Exterieur der Fahrzeuge findet AMG viel Anklang, vor allem auch in den USA. Optisches Erkennungsmerkmal ist die schwarze Ausführung der Chromteile.

Ortswechsel

Mit ca. einem Dutzend Mitarbeitern zieht AMG von Burgstall nach Affalterbach. In einer neu errichteten Halle entwickelt sich die Rennmotoren-Werkstatt weiter zum Hersteller von Sport-Limousinen und -Coupés. Mehr und mehr wird AMG auch in den arabischen Ländern und Asien bekannt.

Die Mauer zwischen Ost und West fällt und die Welt wandelt sich in atemberaubenden Tempo – zwei Worte, die auch den Lebenslauf von AMG treffend skizzieren.

Ideale Basis

Mit dem neuen Mercedes-Benz 190 E erhält AMG das perfekte Basisprodukt für die eigene Klientel. Der 215 km/h schnelle AMG 190 E 2.3 wird Ausgangsbasis für erste Rennerfolge in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

Die Macht der Acht

AMG wird Motorenhersteller. Melcher entwickelt einen völlig eigenständigen Zylinderkopf mit moderner Vierventiltechnik. Eingesetzt wird das innovative Aggregat als 5,0-Liter-V8 im Mercedes-Benz 500 SEC. Mit 250 kW (340 PS) erreicht der Wagen sensationelle 259 km/h. Die hohe Nachfrage aus den USA sorgt für einen starken Wachstumsschub.

Absoluter Hammer

Der neue Vierventil-Zylinderkopf kommt im nächsten Schritt nicht nur in der AMG Version der S-Klasse zum Einsatz, sondern in erster Linie in der Limousine und ab 1987 im Coupé der Mittleren Klasse (W 124). Das Auto leistet unglaubliche 265 kW (360 PS), liefert radikale 510 Newtonmeter und ist 303 km/h schnell. Die Limousine nimmt es selbst mit exotischen Supersportlern auf und schlägt diese in Sachen Alltagstauglichkeit um Längen – das verblüfft US-amerikanische Auto-Fachmedien so sehr, dass sie dem Auto den Kosenamen „The Hammer“ verpassen. Bis heute ist er in den USA ein Ursymbol des Mythos AMG.

Erfolgsserie

AMG wächst immer mehr zum offiziellen Partner der Mercedes-Benz Motorsport-Aktivitäten heran. Man baut nicht nur die Mercedes-Benz 190 E-Rennwagen auf, sondern betreut auch deren Einsatz in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Bis 1993 liefern seine Evolutionsstufen insgesamt 50 DTM-Siege.

Die Innovation des Jahrhunderts öffnet sich der Masse – das Internet startet, und Mercedes-AMG startet durch – als voll - wertiger Partner der Daimler-Benz AG.

Allianz

Die engere Zusammenarbeit zwischen AMG und Daimler-Benz wird in einem Kooperationsvertrag festgeschrieben: AMG entwickelt und fertigt ab 1991 sportlich ausgelegte Fahrzeuge von Mercedes-Benz, sogenannte Komplettfahrzeuge. Zubehör- und Ersatzteile erweitern das Portfolio. Die Komplettfahrzeuge werden über das offizielle Mercedes-Benz Händlernetz beworben und verkauft. Da für sie dieselben Garantiebedingungen wie für alle Mercedes-Benz Fahrzeuge gelten, müssen sie selbstverständlich auch die hohen Standards der Marke mit dem Stern erfüllen. Eine Leistung, die bis heute eiserne Gültigkeit hat.

Rekordwagen

Der C 36 AMG beginnt seinen Siegeszug. Mit 5.000 verkauften Einheiten bis 1997 entwickelt er sich zu einem ersten Verkaufshit von AMG.

Leitwölfe

Mit dem C 36 AMG stellt AMG erstmals das offizielle Safety Car für die Formel 1. Bis heute liefern seine Nachfahren gemeinsam mit den offiziellen Medical Cars erfolgreich den Beweis, dass die Wurzeln von AMG auf der Rennstrecke liegen.

Hochzeit

Ein Kreis, der mit dem Weggang von Erhard Melcher und Hans-Werner Aufrecht bei Mercedes-Benz begann, schließt sich in diesem Jahr: Mercedes-AMG gehört nun zu 51 Prozent zu DaimlerChrysler, und die Hochzeit wird mit einem Technik-Highlight gefeiert. Der eigenständig entwickelte und in Affalterbach gefertigte V8 mit Dreiventiltechnik und Doppelzündung ist das neue Triebwerk des E 55 AMG. Der Aufbau dieses 5,5-Liter-Motors wird generell von nur einem einzigen Mechaniker begleitet. Das Prinzip „One man, one engine“ hat von jeher bei einem AMG Motor Gültigkeit.

Das Handy ist Alltag, das Web prägt das Leben immer stärker und US-Präsident Obama einen neuen Politikstil – Innovationen kennzeichnen auch die AMG Epoche.

innovationen

Erstmals wird die neu entwickelte 5-Gang-Automatik im C 32 AMG mit dem 3,2-Liter-Kompressor-V6 kombiniert. Die innovative Tippfunktion erlaubt es nun auch, Gänge manuell anzuwählen – ein riesiger Fortschritt, um die Vorzüge einer Automatik mit der sportlichen Charakteristik eines AMG zu verbinden. Die V8-Motoren erhalten in der Folge ebenfalls die neue Kompressor-Technik sowie die innovative 5-Gang-Automatik mit ihrer dynamischen Tippfunktion. Im SL 55 AMG werden auf diese Weise 368 kW (500 PS) im Paket mit unfassbaren 700 Newtonmetern Drehmoment realisiert.

krönung

Die stärkste Ausbaustufe des Mercedes-Benz SLR McLaren liefert AMG. Es ist ein 5,5-Liter-Aggregat. Der V8 leistet als Frontmittelmotor mit Kompressor-Aufladung zunächst 460 kW (626 PS), später sogar 500 kW (680 PS). Ebenfalls in bislang ungekannte Dimensionen reicht der neue V12-Biturbomotor, er versorgt den SL 65 AMG mit 450 kW (612 PS).

familienbande

Mercedes-AMG ist nun zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Daimler AG. Die Rennsport-Manufaktur kann auf die großen Ressourcen des Technologie-Konzerns zugreifen. Zudem wird Affalterbach künftig bereits von Beginn an neue Mercedes-Benz Produkte begleiten und eigene Anforderungen ins Lastenheft der Serienfahrzeuge einbringen. AMG prägt somit die Planung neuer Modelle entscheidend mit.

neue ära

Premiere für AMG. Als erster Motor wird der inzwischen legendäre 6,3-Liter-V8 von Grund auf bei Mercedes-AMG entwickelt und gefertigt. In der Folge werden bis auf den G 55 AMG alle Achtzylinder-Modelle mit dem hochdrehenden und durchzugsstarken Antrieb ausgestattet.

flügel der marke

Das erste vollständig von Mercedes-AMG entwickelte Modell sorgt für Furore. Mit dem Mercedes-Benz SLS AMG erschafft Affalterbach eine moderne Sportwagen-Ikone. Der Sound und die kompromisslose Fahrdynamik sowie die legendären Flügeltüren begeistern weltweit. Mercedes-AMG hat eine neue Stufe in seiner Entwicklung genommen: AMG ist nun offiziell die Performance-Marke innerhalb von Mercedes-Benz Cars.

Die Zukunft beginnt – das 21 . Jahrhundert etabliert sich und zeigt ein mutiges und oftmals junges Gesicht. AMG wird zum Entwicklungsmotor der Daimler AG.

Mit dem SLS AMG GT3 spannt die Marke AMG den Bogen zum Rennsport, ihren historischen Wurzeln. Der GT3 beschreibt zugleich den Einstieg von Mercedes-Benz in den exklusiven Kundenrennsport. Und das Modellprogramm wächst weiter. Der SLS AMG Roadster öffnet dem Sportler den Himmel und fährt hinein in die elitäre Klasse der High- Performance-Cabriolets; zeitgleich setzt AMG ein innovatives Signal für die Zukunft.

Der SLS AMG E-CELL, dem ersten Supersportwagen der Welt mit Elektroantrieb. In ihm manifestiert sich alles, wofür Aufrecht und Melcher, wofür Generationen von Motorenbauern, Designern und Ingenieuren gearbeitet und gelebt haben. Er zeigt, dass wir auch in Zukunft Motorsport für die Straße erlebbar machen werden und dass Perfektion auch morgen unsere Maxime sein wird; die Herkunft von AMG ist auch der Maßstab für unsere Zukunft.

Mit dem SLS AMG E-CELL, dem ersten Supersportwagen mit Elektroantrieb, ermöglicht die Marke den Blick in eine neue automobile Dimension. Innovativ auch das Antriebskonzept: Vier radnah sitzende Elektromotoren und zwölf Hochvoltbatteriemodule sorgen für eine extrem hohe Leistungseffizienz.

Königsklasse

Die DNA von AMG enthält zweifellos das Gen „Motorsport“. Wie stark dieser Teil des Gen-Codes auch die Richtung der Marke steuert, dokumentiert der Einstieg von Mercedes-AMG in die Formel 1. Die Motoren für Michael Schumacher und Nico Rosberg tragen ebenfalls das Signet aus Affalterbach und stammen von „Mercedes-AMG High Performance Powertrains“ im englischen Brixworth. Neben den Rennmotoren für die Formel 1 sollen aus dieser Quelle künftig auch innovative Technologien für Straßenfahrzeuge kommen – und so schließt sich der Kreis zu den Anfängen der Marke, als die Erfahrungen aus ersten Rennfahrzeugen den Grundstein für den Aufstieg von AMG zum führenden Entwickler von Hochleistungsautomobilen legten. Mercedes-AMG betont dadurch einen weiteren Meilenstein in seinem imposanten Lebenslauf.

Leistung 136 kw (185 PS) bei 5.600/min
Max. Drehmoment 270 Nm bei 5600/min
Beschleunigung 0-100 km/h CA. 10 s
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Zylinderanordnung R6
Ventile pro Zylinder 2
Hubraum 2.778 cm3
Bohrung x Hub 89,9 x 84,0 mm
Kraftübertragung 4-Gang-Schaltgetriebe
Leistung 235 kw (320 PS) bei 4.750/min
Max. Drehmoment 541 Nm bei 3.500/min
Beschleunigung 0-100 km/h 6,5 s
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h
Zylinderanordnung V8
Ventile pro Zylinder 2
Hubraum 6.329 cm3
Bohrung x Hub 103,0 x 95,0 mm
Kraftübertragung 4-Gang-Automatikgetriebe
Leistung 283 kw (385 PS) bei 5.500/min
Max. Drehmoment 550 Nm bei 4.000/min
Beschleunigung 0-100 km/h 5,6 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Zylinderanordnung V8
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum 5.953 cm3
Bohrung x Hub 100,0 x 95,8 mm
Kraftübertragung 4-Gang-Automatikgetriebe
Leistung 206 kw (280 PS) bei 5.750 rpm
Max. Drehmoment 385 Nm bei 4000 rpm
Beschleunigung 0-100 km/h 6,7 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Zylinderanordnung R6
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum 3.606 cm3
Bohrung x Hub 91,0 x 92,4 mm
Kraftübertragung 4-Gang-Automatikgetriebe
Leistung 380 kw (517 PS) bei 6.100/min
Max. Drehmoment 700 Nm bei 2.750-4.000/min
Beschleunigung 0-100 km/h 4,5 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Zylinderanordnung V8
Ventile pro Zylinder 3
Hubraum 5.439 cm3
Hubraum 97,0 x 92,0 mm
Kraftübertragung AMG SPEEDSHIFT 5-gang-Automatikgetriebe
Leistung 420 kw (571 PS) bei 6.800/min
Max. Drehmoment 650 Nm bei 6.800/min
Beschleunigung 0-100 km/h 3,8 s
Höchstgeschwindigkeit 317 km/h
Zylinderanordnung V8
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum 6208 cm3
Bohrung x Hub 102,2 x 94,6 mm
Kraftübertragung AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang-Sportgetriebe
Leistung 392 kw (533 PS)
Max. Drehmoment 880 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h 4.0 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Motor 4 Radnahe, Permanenterregte, Synchron-Elektromotoren
Batterie 12 Hochvoltbatterie-Module à 72 Lithiumionen-Polymerzellen
Spannung 400 volt
Energie-Kapazität 48 (3 x 16) kw/h
Reichweite 200 km